Zecken, Flöhe und Sandmücken: warum der Schutz am Mittelmeer anders ist

Die Parasitensaison in Alanya ist deutlich länger als im Norden, und es gibt hier ein Risiko, das der Norden nicht kennt: die Sandmücke. Der nördliche Kalender lässt eine Lücke.

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Der häufigste Fehler bei Haltern, die aus Nordeuropa nach Alanya ziehen oder länger bleiben, ist es, den gewohnten Schutzkalender mitzunehmen. Das milde Klima ändert zwei Dinge: Die Saison wird länger, und eine neue Art kommt dazu.

Die Saison endet hier nicht im Winter

Zecken und Flöhe bleiben aktiv, solange die Temperatur über einer bestimmten Schwelle liegt. Die Winter in Alanya fallen nicht lange darunter, also hält die Parasitenaktivität den größten Teil des Jahres an. Den Schutz von Oktober bis März zu pausieren, ist im Norden eine vernünftige Gewohnheit; derselbe Kalender lässt hier eine Lücke von mehreren Monaten.

Praktisch heißt das: Über Zeitpunkt und Abstand des Schutzes entscheidet hier der Tierarzt, der das Tier sieht — nicht der Kalender Ihres Herkunftslandes.

Sandmücken und Leishmaniose

An der Mittelmeerküste gibt es ein Risiko ohne echtes Gegenstück im Norden: die Sandmücke. Sie kann den Parasiten Leishmania übertragen, was besonders für Hunde von Bedeutung ist. Sie ist deutlich kleiner als eine Stechmücke und kommt deshalb durch übliche Fliegengitter.

Was man wissen sollte: Sandmücken sind vor allem zwischen Dämmerung und Morgengrauen aktiv; die Erkrankung kann Monate oder sogar Jahre nach dem Stich Zeichen zeigen — „letzten Sommer war nichts“ ist also keine Entwarnung. Die Anzeichen sind unauffällig: Gewichtsverlust, Hautprobleme, auffällig schnell wachsende Krallen, Mattigkeit.

Bei der Vorbeugung werden repellierende Halsbänder und Spot-on-Präparate zusammen mit weniger Aufenthalt im Freien am Abend besprochen. Welches Präparat passt, entscheidet der Tierarzt — und das ist hier besonders wichtig, weil manche für Hunde gemachten Parasitenmittel für Katzen tödlich sind.

Die tägliche Kontrolle: zwei Minuten

Ein Präparat zu verwenden, macht die Kontrolle nicht überflüssig. Fahren Sie nach dem Spaziergang mit der Hand durch das Fell und sehen Sie sich diese Stellen an:

  • Ohrränder und Ohrinnenseiten
  • Hals und unter dem Halsband
  • Achseln und Leiste
  • Zwischen den Pfoten und die Haut zwischen den Zehen
  • Schwanzansatz

Wenn Sie eine Zecke finden

Nicht reißen und nicht herausdrehen; bleiben die Mundwerkzeuge in der Haut, entzündet sich die Stelle. Nicht quetschen, nicht verbrennen, kein Öl und kein Alkohol darauf — das kann dazu führen, dass die Zecke ihren Inhalt ins Tier entleert. Mit einem geeigneten Zeckenhaken möglichst hautnah greifen und gerade herausziehen; im Zweifel in die Klinik, das dauert zwei Minuten.

Beobachten Sie die Stelle danach. Zeigen sich in den folgenden Tagen Mattigkeit, Appetitlosigkeit oder Fieber, rufen Sie die Klinik an.

Beim Kauf im Zoofachgeschäft

Vorbeugende Präparate bekommen Sie in den Zoofachgeschäften aus dem Verzeichnis, aber achten Sie auf Tierart und Gewicht. Ein Mittel mit der Angabe „für Hunde“ bei einer Katze anzuwenden, kann je nach Wirkstoff eine akute Vergiftung auslösen. Im Zweifel vor dem Kauf in einer Klinik nachfragen.

Diese Seite ist allgemeine Information. Präparat, Dosierung und Abstand legt allein der Tierarzt fest, der das Tier sieht; Medikamentennamen und Dosen werden hier bewusst nicht genannt.